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Der Schlaf ist für Kinder von entscheidender Bedeutung, da er nicht nur ihre körperliche Gesundheit, sondern auch ihre geistige Entwicklung und emotionales Wohlbefinden unterstützt.

Diesen Satz liest man in so vielen Elternratgebern, hört ihn vom Kinderarzt oder anderen Experten. Immer wieder wird einem gesagt, dass dies eine Kernaufgabe der Eltern ist: Den Kinderschlaf ermöglichen. Aber was heißt das eigentlich?

Für mich persönlich stellte das Thema Schlafen eine große Bürde dar. Mein Mann und ich sind dafür verantwortlich, dass unsere mittlerweile drei Kinder gut schlafen. Aber was, wenn das nicht gelingt? Heißt das, ich bin keine gute Mutter? Versagen wir gerade, weil unser Sohn nicht ein- oder durchschläft? In diesem Blogartikel möchte ich meine Erfahrungen mit unseren drei doch sehr unterschiedlichen Schläfern mit euch teilen und euch dabei hoffentlich ein bisschen den Druck nehmen.

Wir werden vom Paar zu Eltern

Da war es: unser erstes Kind! Wir freuten uns riesig auf unseren Logan. Doch nach einer dreitägigen Geburt war zunächst alles anders, als es uns die netten Kollegen und Bekannten erzählt hatten. „Ach ja, am Anfang schlafen sie ja noch viel. Da ist es entspannt“, hieß es. Aber schon im Krankenhaus kamen wir nicht zur Ruhe. Unser Sohn schrie wie am Spieß und ließ sich nur kurz beim Stillen beruhigen. Danach folgten stundenlanges Herumtragen, viel Körperkontakt und permanentes „Schlafmanagement“. Nach und nach wussten wir haargenau, welche Diele auf dem Boden knarrt, wie wir uns leise auf das Sofa niederlassen und selbst, wie wir atmen müssen, damit sich unser Sohn wohlfühlt.

Unser Sohn lebte quasi die ersten neun Monate nur auf uns! Für jedes Schläfchen, auch am Tag, brauchten wir 30 bis 60 Minuten intensives Stillen mit anschließendem langem Herumtragen und heftigem Auf- und Niederwippen. Ablegen konnten wir ihn nicht. Auch nachts musste ich dauerstillen, um ihn zu beruhigen.

Ehrlich gesagt, war unser erstes Jahr oft nicht so traumhaft, wie es uns alle gesagt hatten. Aufgrund des Stresses und des Schlafmangels waren wir einfach total erschöpft! Das erzählte uns vorher niemand… oder wir wollten es nicht hören?! Wie es dann besser wurde, beschreibe ich weiter unten bei den Tipps. Sei gespannt! Wir hatten das Gefühl, dass wir etwas unternehmen konnten, um die Situation zu verbessern.

Unser zweites Kind schlief schon ganz anders

Dann kam Knirps Nummer zwei. Wir waren gespannt, wie es wohl mit dem zweiten Kind laufen würde. Wenn es wieder so wird wie damals, dann gehen wir kaputt!

Aber es war ganz anders, weil unser zweiter Sohn ganz anders war. Wir hatten uns wieder ein Familienzimmer reserviert, um die vermeintlich schwierige Anfangszeit gemeinsam meistern zu können. Unser Großer war in der Obhut der Großeltern. Und dann saßen wir in dem Krankenhauszimmer, Jake schlief neben uns und wir schauten uns fragend an und sagten: „Und jetzt?“ Er ließ sich problemlos ablegen! Mehr noch: Er schlief ohne unser Zutun einfach so ein! Das hatten wir noch nie erlebt und es war einfach großartig!

Im Laufe des ersten Jahres änderte sich das natürlich auch bei ihm. Jedes Baby wird irgendwann neugieriger, will sich drehen oder braucht mehr Einschlafbegleitung. Aber mit Jake waren wir mit anderthalb Jahren an dem Punkt, dass er oft nachts durchschlief und teils nur noch wenige Minuten Einschlafhilfe benötigt. Das war bei Logan „erst“ mit 3 möglich.

Baby Nummer 3

Ende Oktober 2024 kam dann unsere Tochter Megan zur Welt. Tatsächlich legte sie noch eine Schippe drauf – im Positivem. Sie schläft noch besser. Nach nur zwei Monaten fing sie an, nachts durchzuschlafen. Nach einem Dauerstillen abends, das schon auch mal von 19 bis 21 Uhr dauern kann, wacht sie das nächste Mal morgens zwischen 4 und 6 Uhr auf. In der Zwischenzeit müssen wir immer Mal wieder zu den Jungs ins Zimmer schauen, da sie nachts schreien und uns brauchen. Und die kleine Maus schläft durch!

Was war also unser Beitrag als Eltern?

Natürlich versuchten wir, unseren Babys bzw. Kindern beim Einschlafen zu helfen. Bei Logan war es das permanente Tragen, Wippen auf dem Pezziball oder das Stillen, das ihn beruhigte. Nach neun Monaten, in denen er nur auf uns schlief, musste sich jedoch etwas ändern. Denn wenn alle Energie und Nerven nur noch darauf verwendet werden und wir uns als Eltern damit kaputt machen, läuft definitiv etwas schief. Das war zwei Wochen bevor ich wieder Vollzeit arbeiten wollte und ich beschloss, dass sich nun etwas ändern musste. Leider waren wir etwas ratlos. Wir hatten das Internet durchforstet, jeden Blogbeitrag und jedes Buch gelesen. Auch die Tipps und Hinweise anderer Eltern, unserer Eltern und Bekannten nahmen wir an und versuchten einiges. Aber das half kaum. Was mich sehr beruhigte, war die Erkenntnis, dass es nicht unsere Schuld ist. Wir sind nicht der Auslöser. Dazu fand ich alles rund um das Thema High Need Baby super spannend. Aber dazu mehr in einem neuen Artikel.

Letztlich holten wir uns bei einem Schlafcoach Hilfe, um zu erreichen, dass Logan abgelegt werden konnte. Neun Monate lang schlief er ausschließlich auf uns – Tag und Nacht. Das sollte sich ändern. Mit viel Liebe und Geduld, die wir zusammenkratzten, schafften wir es, ihn in sein Beistellbett abzulegen. Wenn auch nur für eine halbe Stunde anfangs. Es war ein riesiger Erfolg und eine Erleichterung für uns und ihn. Seitdem schlief auch er ruhiger.

Da wir wenige Tage später in unsere neue Wohnung einzogen, kombinierten wir das mit seinem eigenen Kinderzimmer. Da sein Bett noch fehlte, starteten wir mit einer Matratze auf dem Boden. Manchmal stillte ich ihn dort in den Schlaf und schlich mich dann raus. Oder wir schafften es tatsächlich, ihn nach dem Tragen dort abzulegen.

Jahrelang brauchte Logan jedoch noch sehr viel Begleitung. Ausführlich werde ich das in einem anderen Blogartikel beschreiben. Kurz nach seinem dritten Geburtstag und vor Jakes Geburt schlief Logan dann durch. Puh…

Bei Jake war es schon wesentlich leichter, da er von Anfang an schon viel lieber schlief und weniger brauchte. Anfangs das Stillen, dann nach dem Abstillen das Fläschchen und Körperkontakt. Nachdem wir dann auch die Fläschchen nachts mühevoll wieder abtrainieren mussten, fanden wir einen schönen Rhythmus. Mit beiden Jungs lesen wir abends bzw. schauen Bücher an, um ruhiger zu werden. Dann geht`s ins Badezimmer Zähne putzen und Umziehen. Und dann im gemeinsamen Kinderzimmer legt sich Logan ins Bett und schläft in kürzester Zeit ein. Mit Jake kuscheln wir und singen bis er dann auch irgendwann einschläft. Mal geht es schnell (15 Minuten), manchmal dauert es länger (über eine Stunde). Aber es funktioniert.

Und unsere Megan bleibt mit ihren drei Monaten abends eben bei uns, wird gestillt und schläft dann die Nacht durch.

Unser Fazit

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass das Thema Schlaf elementar vom Charakter der Kinder abhängt. Sie bringen diese Eigenschaft (wie so viele andere) einfach mit. Wir haben uns oftmals schrecklich gefühlt als Eltern! Was machten wir nur falsch? Man vergleicht sich und die Babys automatisch mit anderen und hat das Gefühl zu versagen, wenn es nicht so gut läuft. Aber davon muss man wegkommen. Sagt euch bitte immer wieder: „Es ist nicht unsere Schuld!“ Was man als Eltern machen kann, ist auf das Kind, so wie es ist, einzugehen und immer wieder individuelle Wege zu suchen, wie die Situation für alle besser wird und alle in der Familie zu Schlaf kommen. So nun (8:30 morgens), wacht meine kleine Maus auf 😉 … bis bald!

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