Manchmal überkommt mich so ein richtiger Energieschub. Nicht körperlich – nein, eher im Kopf. Während ich abends bei den Kindern im Zimmer sitze, warte, bis sie endlich schlafen, oder wenn ich unsere Kleine durch die Wohnung trage, tauchen sie plötzlich auf: diese Bilder. Von mir, wie ich motiviert Sport mache, wie ich mit leichtem Schritt durch unseren kleinen Garten husche, Tomaten pflücke, Kräuter binde, vielleicht sogar mit selbstgebautem Hochbeet. Ich sehe mich kreativ sein, voller Tatendrang, voller Ideen. Ich male mir aus, was ich alles machen werde. Und ich glaube es in dem Moment wirklich.
Doch sobald die Kinder schlafen, ich endlich „kurz“ Zeit habe – was passiert dann?
Ich schiebe mir schnell ein Stück Schoki in den Mund (okay, eher eine Tafel), greife zum Handy und versinke im Sofa. Und zack, ist der Zauber verflogen. Statt aktiver Super-Elternteil bin ich… müde. Platt. Erschöpft. Und ehrlich gesagt: auch ein bisschen enttäuscht von mir selbst. Warum klappt das nicht, was ich mir in Gedanken so lebhaft ausmale?
Aber dann kommt dieser andere Gedanke: Eines Tages schaffe ich’s bestimmt wieder.
Vielleicht kennt ihr das auch? Dieses ständige Hin und Her zwischen „Ich will so viel machen!“ und „Ich kann gerade gar nichts mehr“? Zwischen Alltag mit Kindern, Job, Haushalt, Terminen – und dem eigenen Wunsch, auch noch man selbst zu sein?
Ich glaube, wir alle tragen diese inneren Visionen in uns. Und wir brauchen sie auch. Sie sind nicht falsch. Sie sind vielleicht sogar unser Rettungsanker. Denn selbst wenn wir es heute nicht schaffen, sind diese Träume das, was uns morgen wieder antreibt.
Und vielleicht reicht es manchmal auch, einfach auf dem Sofa zu liegen, ein Stück Schokolade zu genießen – ohne schlechtes Gewissen – und zu wissen: Ich bin eben doch kein Superman. Aber ich bin da. Für meine Kinder. Für meine Familie. Und irgendwann, auch wieder für mich selbst.
Wie geht’s euch damit? Habt ihr auch diese kleinen Fluchten im Kopf? Diese Mini-Tagträume zwischen Babygeschrei, Einschlafbegleitung und Brotdosenpacken?
Ich bin gespannt auf eure Gedanken.
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