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Wir sind überzeugt: Jeder kann seinen ökologischen Fußabdruck verkleinern – auch (und gerade) mit Baby!

Schon in der Schwangerschaft mit unserem ersten Kind begannen wir uns intensiver mit dem Thema „nachhaltig wickeln“ auseinanderzusetzen. Schnell war klar: Wegwerfwindeln kommen für uns nicht in Frage.

Also besuchten wir einen kleinen Kurs über Stoffwindeln. Total spannend! Die ganzen verschiedenen Systeme, Materialien und Möglichkeiten* – das war anfangs zwar etwas viel, aber gleichzeitig auch motivierend. Kurz danach entschieden wir uns für ein kleines Starterset und hatten es sogar schon im Krankenhaus mit dabei. Unser Baby in seiner ersten Stoffwindel – ein Bild für die Götter! 🥰

Wir wählten wasserdichte Überhosen* mit Mullwindeln* als Inlay. Diese Variante erschien uns nicht nur als die günstigste, sondern auch als eine sehr flexible Lösung. Mullwindeln* hatten wir ohnehin auf unserer Erstausstattungs-Liste, und sie sind so vielseitig einsetzbar. Die Idee war: erstmal klein starten und bei Bedarf erweitern. Und genau das hat super funktioniert!

Unsere ersten Erfahrungen – und ja, ein Neugeborenes pinkelt VIEL

Wir waren ehrlich begeistert. Es funktionierte wirklich gut! Klar, am Anfang waren wir erstaunt, wie oft so ein kleines Wesen die Windel nass macht – gefühlt alle 1–2 Stunden. Aber das Wickeln wurde schnell zur Routine, und wir merkten, wie schön dieses kleine Ritual im Alltag ist.

Die benutzten Mullwindeln wanderten einfach in einen wasserdichten Beutel*, den wir neben dem Wickeltisch aufgehängt hatten. So war alles gut organisiert – und ja, unsere Waschmaschine lief mindestens jeden zweiten Tag. Aber irgendwie hatte das auch etwas Beruhigendes. Es war ein fester Rhythmus, der sich gut in unseren Alltag eingefügt hat.

Feuchttücher? Selber machen!

Auch beim Thema Feuchttücher wollten wir auf Einwegprodukte verzichten. Unsere Lösung: weiche Bio-Waschlappen*. Die haben wir – wie klassische Feuchttücher – in einer Box aufbewahrt, mit Wasser angefeuchtet und bei Bedarf mit etwas Babyöl* ergänzt. Das war nicht nur super für die zarte Babyhaut, sondern auch deutlich günstiger und nachhaltiger.

Durchhaltevermögen und Realität – unser Alltag mit Stoffwindeln

Unser erstes Kind wickelten wir tatsächlich die ersten Jahre ausschließlich mit Stoffwindeln. Als dann feste Nahrung hinzukam, nutzten wir einfach kleine, dünne Tücher (Windelvlies*), die mit dem Stuhl im Müll entsorgt werden konnten – unkompliziert und hygienisch.

Erst als unser Sohn nachts mehr pinkelte, stießen wir an Grenzen. Die Stoffwindeln hielten nicht mehr dicht, und wir wechselten schließlich auf Plastikwindeln* für die Nacht. Man muss sich ja nicht jeden Stress geben 😉 – vor allem, weil ich zu dieser Zeit bereits mit unserem zweiten Kind schwanger war. Da wurde alles einfach ein bisschen anstrengender. Zum Glück war unser Großer tagsüber schon mit 1,5 Jahren trocken – eine enorme Erleichterung. Nur nachts begleitete uns das Thema Windeln noch eine ganze Weile – bis kurz nach seinem 5. Geburtstag.

Zweites Kind, neue Realität

Mit dem zweiten Kind änderte sich vieles. Der Alltag wurde deutlich herausfordernder – zwei kleine Kinder bedeuten einfach ein anderes Tempo. Auch unseren zweiten Sohn wickelten wir anfangs mit Stoff, aber nur etwa drei Monate lang. Vor allem nachts war es schwierig: Wir mussten ihn mindestens drei Mal wickeln, was bedeutete, ihn aus dem Schlaf zu reißen, auszuziehen, zu reinigen, neu einzupacken … das war weder für ihn noch für uns nachhaltig – im wahrsten Sinne des Wortes.

Also entschieden wir uns, das Stoffwindel-Projekt für ihn aufzugeben. Tagsüber hielten wir noch kurz durch, aber auch da merkte man schnell, wie sehr der Stress überhandnahm. Mit einem leichten schlechten Gewissen wechselten wir vollständig auf Wegwerfwindeln. Es war einfach praktischer – das lässt sich nicht leugnen. Aber die Müllberge, die sich plötzlich auftürmten, schockierten uns wirklich. Es war ein spürbarer Unterschied, den man wortwörtlich jeden Tag in der Tonne sah.

Drittes Kind, neue Prioritäten

Als unser drittes Kind zur Welt kam, war unsere komplette Stoffwindelausrüstung (siehe Bild) bereits verkauft. Es war einfach nicht mehr machbar. So sehr wir das System auch schätzen – mit drei kleinen Kindern ist die Wäschelogistik schon Herausforderung genug. Die Vorstellung, zusätzlich noch Windeln zu waschen, war für uns schlicht nicht mehr realistisch. Und ganz ehrlich: Man darf sich auch eingestehen, wenn man an seine Grenzen kommt.

Unsere Stoffwindeln lebten außerdem noch weiter 😉 wir haben sie über Kleinanzeigen verkauft. Hier findet man immer wieder tolle Angebote ♡ Der Vorteil an gebrauchten Stoffwindeln: Sie sind schon „eingewaschen“ und nehmen die Flüssigkeit besser auf.

Fazit: Perfekt muss niemand sein

Unsere Reise mit dem Wickeln zeigt vor allem eines: Man muss nicht alles zu 100 % perfekt machen. Nachhaltigkeit ist kein Alles-oder-nichts-Prinzip. Es geht darum, bewusste Entscheidungen zu treffen, soweit es eben im eigenen Alltag möglich ist. Wir sind stolz auf unseren Start mit Stoffwindeln und würden es jederzeit wieder probieren – und gleichzeitig stehen wir dazu, dass wir irgendwann an unsere Grenzen kamen.

Denn auch das ist Elternsein: flexibel bleiben, auf sich selbst achten und sich erlauben, pragmatische Lösungen zu finden. 💛


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