Kennt ihr das auch? Kaum sind wir bei Oma und Opa angekommen, leuchten die Kinderaugen – nicht nur wegen der Wiedersehensfreude, sondern auch wegen dem „kleinen“ Mitbringsel, das garantiert irgendwo wartet. Es ist wie Weihnachten. Nur eben alle zwei Wochen.
Da gibt’s Spielsachen, Süßes, manchmal auch beides – die Kinder sind im Glück. Die Großeltern wissen haargenau, was gerade ganz oben auf der Wunschliste steht (manchmal sogar besser als wir Eltern). An sich ist das ja wunderschön: Wer freut sich nicht über Menschen, die unsere Kinder so sehr lieben und ihnen gerne eine Freude machen?
Aber – und jetzt kommt das große „Aber“ – irgendwann schleicht sich eine gewisse Erwartungshaltung ein. Die Freude wird zur Routine. Kaum durch die Tür, schon ein prüfender Blick in Omas Korb: „Was hast du heute mitgebracht?“ Und wenn dann nicht das Gewünschte dabei ist, hört man schon mal ein enttäuschtes „Ich wollte doch aber das andere!“ Und das „Danke“? Das wird mit jedem Besuch ein bisschen leiser – oder bleibt ganz weg. Die Geschenke werden zur Selbstverständlichkeit. Und wehe, es gibt mal nichts… Dann könnte aus dem Familienbesuch schnell eine kleine Drama-Inszenierung werden. Aber zum Glück, kommt das ja nicht vor.
Deshalb an dieser Stelle mal ein ehrliches: Danke, liebe Großeltern! Für all die liebevollen Mitbringsel, das gute Gespür für die Kinderwünsche und das große Herz. Aber wisst ihr was? Ihr müsst gar nichts mitbringen. Unsere Kinder lieben euch – einfach so. Weil ihr Geschichten erzählt, vorlest, euch zum Kuscheln aufs Sofa quetscht und mit ihnen auf allen Vieren durchs Wohnzimmer krabbelt. Das ist das, was wirklich zählt. Das ist das, was bleibt.
Was ich richtig klasse finde: Meine Schwiegereltern sind mittlerweile auf Flohmarkt-Schätze umgestiegen. Lego, Bücher, Playmobil – alles gebraucht, alles top in Schuss. Und ganz ehrlich: Das finde ich super. Nachhaltig, liebevoll ausgesucht, und manchmal sogar mit einer spannenden Entdeckungsgeschichte. Klar, auch da kann man in einen kleinen Kaufrausch geraten (Flohmarkt-Fieber ist real!), aber irgendwie fühlt sich das trotzdem noch ein bisschen weniger nach „Verwöhnprogramm“ an – und mehr nach: „Wir haben an euch gedacht.“
Vielleicht geht’s am Ende einfach darum, die Balance zu finden. Zwischen Schenken und Genießen, zwischen Überraschung und Erwartung. Und vor allem: zwischen „Was gibt’s heute?“ und „Wie schön, dass ihr da seid.“
Was sind euere Erfahrungen mit den Geschenken und Mitbringsel? Hinterlasst einen Kommentar 😉
