Ganz ehrlich – man ist müde, man geht ins Bett, man schläft. So funktioniert das doch… oder? Eigentlich.
Nur leider nicht in der Welt kleiner Kinder. Da scheint eine unsichtbare Energiequelle aktiviert zu werden, sobald das Wort „Schlafenszeit“ fällt. Besonders bei unserem Zweijährigen. Der möchte momentan ausschließlich von Mama ins Bett gebracht werden – Papa wird mit einer Überzeugung abgelehnt, als hätte er das Kuschelmonster unter dem Bett persönlich eingeladen.
Okay, diese Phase kennen wir. Unser Großer hat das auch durchgemacht. Also habe ich unsere kleine Maus liebevoll gestillt, sie meinem Partner übergeben – und mich dann mit den Großen ins Kinderzimmer zurückgezogen. Noch ein bisschen singen, kuscheln, streicheln… und zack: Der Große schläft. (Ich betone das, weil das nicht immer so war. Ganz und gar nicht.)
Und unser Kleiner? Der denkt, er sei im Kinderturnen angemeldet. Springt fröhlich durchs Bett, macht Purzelbäume vom Boden auf die Matratze, ruft zwischendurch ein zärtliches „Mamaaa“, kuschelt sich kurz an – nur um gleich weiterzuturnen.
Dabei waren da doch diese Anzeichen: Augenreiben, kleine Provokationen, das typische müde-„Blödwerden“ (zum Beispiel durch Beißen – danke dafür). Habe ich den magischen Moment verpasst? Den klitzekleinen richtigen Zeitpunkt?
Solche Abende bringen mich ehrlich gesagt an meine Grenzen. In meinem Kopf läuft das Wunsch-Szenario ab: Wir kuscheln uns zusammen ins Bett, mein kleiner Spatz liegt friedlich in meinen Armen, atmet ruhig, schläft zufrieden ein. Ich bleibe noch ein paar Minuten, genieße diesen friedlichen Moment, schleiche mich leise aus dem Zimmer, und alles ist gut.
Stattdessen: Tränen. Geschrei. Ich gestresst, frustriert, erschöpft. Und dann: Rollenwechsel. Ich nehme das schlafende Baby aus Papas Armen, er übernimmt den Kleinen – und siehe da: Ruhe. Frieden. Schlaf.
Super gemacht, Papa. Ehrlich. Aber ich? Ich bleib zurück mit dem Gefühl, versagt zu haben. Weil es heute einfach nicht funktioniert hat. Weil ich mir gewünscht hätte, dass ich ihn ins Traumland begleite.
Und ich frage mich:
Wie ist das bei euch?
Kennt ihr solche Abende, an denen ihr euch fragt, ob ihr einfach zu viel erwartet habt – von euch oder euren Kindern?
Wann kommt ihr an eure Grenzen?
Und was sind eure schönsten Einschlafmomente gewesen – diese kleinen, kostbaren Augenblicke, die sich ins Herz brennen?
Ich freue mich auf eure Geschichten. Ehrlich, ungeschönt, solidarisch.
